Leseprobe „Plötzlich allein“

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Leseprobe „Plötzlich allein“

Im Dunkel jener lauen Sommernacht jagte ein Rettungswagen zwischen den Feldern über die einsame, sich beinahe endlos dahin schlängelnde Landstraße. Schon von weitem zogen Blaulicht und Martinshorn alle Aufmerksamkeit auf sich. Wieder einmal ging es um Leben und Tod. Das Fahrzeug erreichte seinen Einsatzort: Ein Feld mitten im Nichts zwischen zwei weit auseinander gelegenen Ortschaften.

Was war passiert?

Das Blaulicht begann, vor Beates Augen zu schwimmen. Sie zitterte am ganzen Körper. Ihr Blick war leer und teilnahmslos. Menschen liefen die ganze Zeit aufgeregt herum und diskutierten. Die meisten wurden erst etwas ruhiger, nachdem endlich der erste Rettungswagen am Straßenrand gehalten hatte. Ihm entsprangen mehrere Personen, die sich sofort einen groben Überblick über die Situation verschafften, sich absprachen und aufteilten. All das nahm Beate nicht wirklich wahr.

Erst nach einer ganzen Weile hob sie langsam den Kopf. Aufgrund der Dunkelheit war es sehr schwer, um sich herum überhaupt etwas zu erkennen. Das Blaulicht des Krankenwagens irritierte sie. Was, verdammt noch mal, war passiert? Sie hatte entsetzlich geschrien.

Aber warum?

Beate spürte einen ziehenden Schmerz in ihrer linken Hand. Sie musste sich an einer scharfen Kante geschnitten haben. Die Hand war voller Blut. Der Kopf schmerzte stark, dröhnte regelrecht. Nach und nach realisierte sie, dass ihr ganzer Körper ein einziger Schmerz war.

Ein Mann mit Reflektoren an der Kleidung kam zu ihr und fragte sie irgendetwas. Seine sonore Stimme drang wie durch eine dicke Wolldecke zu ihr. Dumpf und kaum verständlich. Erst, als er eine Hand auf ihre Schulter legte, zuckte sie zusammen, wurde aus ihrer Benommenheit gerissen. Sie realisierte, dass sie auf dem Beifahrersitz eines fremden Wagens saß oder vielmehr hing, zitternd, die Beine an den Körper herangezogen, die Füße auf der Türschwelle des Wagens.

Wie war sie hier her gekommen?

Da klang wieder die Stimme dieses Mannes wie aus der Ferne zu ihr. Er fragte nach ihrem Namen und wo sie Schmerzen hätte. Als sie nicht antwortete, sah der Mann sich zunächst ihren Kopf und die Hand mit Hilfe einer kleinen Lampe genauer an. Beate stöhnte auf. Er gab den Sanitätern einen Wink und ließ eine Trage heranschaffen, auf welche Beate nun vorsichtig gebettet und fortan liegend versorgt wurde. Verwirrt schloss sie die Augen.

„Was ist mit den anderen?“ fragte sie leise, einer plötzlichen Eingebung gewahr werdend, dass sie nicht die einzige Verletzte zu sein schien.

„Darüber unterhalten wir uns später“, hörte sie den Arzt noch sagen, ehe die Sanitäter sie zum Rettungswagen brachten. Inzwischen waren noch zwei weitere Rettungsfahrzeuge eingetroffen.

Beunruhigt bäumte Beate sich auf, wurde von einem der Männer jedoch sofort wieder zum Liegen gebracht.

Olli! durchfuhr es sie heiß.

Wo war er?

„Olli…“ Sie verlor das Bewusstsein.

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By | 2017-03-17T17:49:46+00:00 02.02.2015|Leseprobe|1 Kommentar

About the Author:

Tina Engel
Tina Engel ist Hobby-Autorin aus Leidenschaft. Ihre inzwischen 14 Romane sind alle im Selbstverlag erschienen und über den gut sortierten Buchhandel und als eBook erhältlich.

Ein Kommentar

  1. Frischling29 11. Oktober 2016 um 16:48 Uhr- Antworten

    Sehr traurig, aber als Bea sich aufgerafft hat, hab auch ich mich etwas besser gefühlt. Sehr schöne, anrührende Geschichte.

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