Peppo, der kleine Ausreißer

Im Haus ist alles ruhig, die Familie ist komplett ausgeflogen. Kati und Reiner sind arbeiten. Luzi ist in der Schule und lernt dort fleißig.

Peppo streunt durch das Haus. Peppo, das ist ein grau getigerter Kater. Ihm ist langweilig. Seine Freundin Luna, eine Katze mit schwarzem Fell und weißen Pfötchen, liegt im Wohnzimmer auf dem Sessel und schläft. Sie zeigt im Moment kein Interesse daran, mit ihm zu spielen. Peppo läuft gerade durch den Flur.

Oh, was ist das?

Die Haustür ist ja nur angelehnt! Peppo läuft zur Tür, schiebt seine Pfote in den Türspalt und drückt sich gegen die schwere Tür. Siehe da, die Tür bewegt sich ein Stück und öffnet sich gerade so weit, dass Peppo durch den offenen Spalt hindurch nach draußen schlüpfen kann.

Kurz schaut er zurück. Sollte er seiner Freundin davon erzählen? Oder soll er erst mal allein auf Erkundungstour gehen?

Peppo steht auf der Treppe und hebt sein Näschen.

Hm, in der Luft liegen so viele interessante Düfte! Da springt er die Treppe hinunter und läuft in den großen Garten. Überall gibt es was zu schnuppern und anzuschauen.

Ein bunter Schmetterling kreuzt seinen Weg. Peppo will ihn fangen und jagt ihm hinterher.

Doch der Schmetterling erhebt sich höher in die Luft, so dass der kleine Kater irgendwann stehenbleibt und dem flatterhaften Wesen einfach nur noch hinterher schaut.

Schade, denkt er sich. Mit diesem Ding hätte er prima spielen können. Doch lange ist er nicht traurig. Da entdeckt er mitten im Garten im Gras ein paar Vögel, die sich gerade um einen Regenwurm streiten. Ganz langsam pirscht der Kater sich an, duckt sich tief ins Gras, beobachtet die beiden flauschigen Vögel, wie sie sich gegenseitig immer wieder den Wurm aus dem Schnabel ziehen.

Wie gut Peppo es doch hat. Er hat seinen eigenen Fressnapf. Auch Luna hat ihren eigenen Napf. Sie brauchen nie um ihr Essen zu streiten. Nur manchmal, wenn es ein Leckerchen von Kati gibt, dann drängelt Luna sich gern mal vor und schnappt es ihm weg.

Wie gut, dass Luna gerade tief und fest schläft. So kann Peppo sich in Ruhe im Garten umschauen, ohne dass ihn jemand stört.

Manchmal arbeitet Kati im Garten, räumt auf, schneidet Gestrüpp oder pflanzt Blumen. Das hat Peppo schon oft vom Wohnzimmerfenster aus beobachtet.

Am Wohnzimmerfenster ist eigentlich sein Lieblingsplatz. Dort liegt er immer auf einem weichen Kissen und schläft. Und wenn er wach ist, dann beobachtet er vom Fenster aus die Vögel, die so durch den Garten fliegen. Manchmal regnet es, dann sieht er gar keine Vögel.

Heute allerdings scheint die Sonne, es ist ein warmer Tag.

Peppo konzentriert sich wieder auf die beiden Vögel. Er will sich einen von beiden fangen und damit spielen.

Doch welchen von den Beiden soll er nehmen? Sie hüpfen so schnell umher, dass seine Augen hastig hin- und herflitzen müssen.

Ach, pieps egal, welchen von beiden. Peppo macht einen Satz und springt genau zwischen die Vögel, so dass die Zwei sofort in Panik weg flattern.

Och, schade! Er hätte es so gut gefunden, wenn er jetzt wenigstens einen von ihnen gekriegt hätte.

Neugierig tapst er weiter durch das Gras, schnuppert hier und da an einer der Blumen. In die knallrote Blume hat er seine Nase wohl zu tief reingesteckt, denn plötzlich muss er niesen. Junge, hat das in der Nase gekribbelt!

Ein Stück von ihm entfernt raschelt es im Gras.

Peppo stellt die Lauscher auf und beobachtet die Stelle genau.

Da! Im Gras bewegt sich was! Peppo senkt den Kopf und schleicht sich vorsichtig an.

Da, jetzt wieder!

Doch ehe Peppo mit der Tatze drauf hauen kann, ist es verschwunden. Vorsichtig beäugt er die Stelle, wo es eben noch geraschelt hat. Er entdeckt ein Mauseloch. Aber was sieht er da aus dem Augenwinkel heraus?

Knapp einen Meter von ihm entfernt guckt ein Mäuschen aus einem anderen Loch. Es scheint ihn zu beobachten.

Ganz langsam, wie in Zeitlupe, dreht Peppo den Kopf, damit er besser sehen kann, ob sich da noch mehr Mäuschen tummeln.

Nein, es ist nur die eine Maus.

Wie sie ihn ansieht aus ihren Knopfaugen! Sie piepst kurz, dann verschwindet sie im nächsten Loch. Sicher hat sie den anderen Bescheid gesagt, dass im Garten eine Katze unterwegs ist.

Na toll, denkt Peppo sich, dann sind alle gewarnt und bleiben erst mal in ihren Löchern.

Aber, vielleicht findet er noch ein anderes Tier, vielleicht einen Vogel, dem er nachjagen kann. Er trabt weiter durch den Garten, wittert die tollsten Gerüche, bleibt stehen, schnuppert, läuft weiter.

Dann kommt er an den Zaun. Hier ist das Grundstück, auf dem er wohnt, zu Ende.

Was nun? Peppo streift am Zaun entlang und siehe da, er findet eine Lücke im Zaun. Nicht sehr groß, aber doch groß genug, damit er hindurch passt. Auf der anderen Seite des Zaunes grenzt eine Art Park an das Grundstück.

Peppo hebt sein Köpfchen und sieht, dass da zwei Katzen mitten im Park Fangen spielen. Zuerst jagt die eine der anderen nach und dann umgekehrt. Ob er mitspielen sollte? Ach, eigentlich ist es dafür viel zu warm. Peppo beschließt, sich ein kühles, schattiges Plätzchen zu suchen und ein wenig auszuruhen.

In der Nähe des Zaunes gibt es mehrere Büsche. Unter einem von ihnen lässt Peppo sich nieder.

Nur ein klitzekleines Päuschen will er machen. Also rollt er sich zusammen und schließt seine Augen.

Die Ruhe hier im Gebüsch tut gut. Peppo genießt die Ruhe, über ihm zwitschern ein paar Vögel fröhlich vor sich hin.

Peppo spürt, wie schwer seine Glieder sind. Auch sein Kopf ist schwer. Er spürt die warme Luft, die sanft über sein Fell streicht. Peppo entspannt sich immer mehr und schläft sogar ein.

(Achtung, die Illustrationen wurden aus der Leseprobe entfernt. Im Buch ist natürlich alles mit tollen Bildern untermalt…)